Klopp schlägt vor: Eislaufen statt Fussball im Tourbillon?

Nach dem 0:0 im Wallis freut sich Jürgen Klopp über die Heizstrahler im Pressezelt. Der FC Sion feiert währenddessen trotz eisiger Temperaturen den Höhepunkt der jüngeren Vereinsgeschichte.

Jürgen Klopp war heilfroh, als er nach Spielende das beheizte Pressekonferenzzelt betrat: «Endlich etwas Wärme, hier hätte ich das Spiel schauen sollen.» Zuvor hatte der Liverpool-Coach an der Seitenlinie des eiskalten Tourbillons 90 Minuten gefroren. «Ich bin in erster Linie froh, dass sich kein Spieler verletzt hat. Auf gefrorenem Boden betreibt man eigentlich anderen Sport, nicht Fussball. Aber mein Team hat das gut gemacht. Wir sind Gruppensieger, ich bin sehr zufrieden», freut sich Klopp nach dem 0:0 im Wallis.

Einen Seitenhieb auf den FC Sion lässt sich der Deutsche dann doch nicht entgehen: «Es ist ungewöhnlich, dass man in der Europa League spielt und keine Rasenheizung hat. Tief stehen und kontern kann man auf einem solchen Terrain natürlich besser. Das kam Sion sicher entgegen. Aber sie haben es defensiv auch gut gespielt und es sich so verdient, europäisch zu überwintern.»

James Bond Constantin

Die Sittener freuen sich nach dem Schlusspfiff ausgelassen über die sensationelle Qualifikation für den Sechzehntelfinal der Europa League. «Der Präsident schafft es immer uns für solche Spiele speziell zu motivieren. Am Mittwoch haben wir gemeinsam James Bond geschaut. Am Schluss erschien dann noch unser James Bond, Christian Constantin, auf der Leinwand, um uns zu motivieren. Das hat funktioniert», erklärt Veroljub Salatic den Erfolg.

Karrierehöhenpunkt für Sions Jungstars

Für viele Sittener ist es der Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere: «Wir haben gekämpft, alles gegeben und sind unendlich glücklich, unser Ziel erreicht zu haben. Mein Tor in Liverpool war bisher das Wichtigste meiner Karriere. Es hat mir viel Selbstvertrauen gegeben», freut sich Ebenezer Assifuah. Auch für Edimilson Fernandes und Leo Lacroix ist das Überwintern in der Europa League das Highlight ihrer Karriere. Für die Auslosung der nächsten Runde am Montag in Nyon gibt es bereits Wünsche. «Manchester United wäre sehr schön», sind sich die beiden Jungstars einig.

«Wir haben seit Januar sehr gut gearbeitet und uns jetzt dafür belohnt. Mit der Dreifachbelastung Liga, Cup und Europa League war es nicht immer einfach, aber die junge Mannschaft hat in diesem Jahr enorm viel gelernt. Ab Januar greifen wir dann auch in der Liga voll an», gibt sich Innenverteidiger Lacroix kurz nach der Partie schon wieder kämpferisch.

Am Sonntag kommt es im Cup-Viertelfinal gegen den FCB schon zum nächsten Endspiel für Sion. «Hoffentlich ist das Stadion auch gegen Basel ausverkauft. Mit so einer guten Stimmung können wir auch den Tabellenführer aus dem Cup werfen», freut sich Lacroix auf das letzte Spiel des Jahres.

Dieser Artikel wurde auf aargauerzeitung.ch veröffentlicht.

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