Dafür lieben ihn alle: Bernhard Heuslers Abschieds Show-GV

Bei seinem letzten offiziellen Auftritt als Präsident des FC Basel zeigt Bernhard Heusler an der GV noch einmal eindrücklich, warum wir ihn alle vermissen werden. Von rätselhaften Abstimmungsgeräten, dem Wienerli-Gate und einem Rottweiler.

Am Ende muss Bernhard Heusler doch noch die ein oder andere Träne verdrücken. Als der per Applausabstimmung bestimmte neue Ehrenpräsident kurz vor dem Ende der gestrigen 123. ordentlichen Generalversammlung nach seiner Ehrung wieder vors Mikrofon tritt, gerät er ins Stocken. «Das grösste Privileg …», dann versagt die Stimme.

Doch nur einen Augenblick später hat Heusler seine Souveränität wiedergefunden: «Nein, das muss ich jetzt noch gebacken kriegen. Das grösste Privileg ist es, mit so tollen Menschen zusammenzuarbeiten!» Dann setzt Heusler seine Lesebrille auf und sagt: «Sehen Sie, die Brille hat magische Wirkung.» Das nächste schwierige Traktandum, die Ehrung der Todesfälle leitet Heusler wieder gewohnt souverän und mit viel Feingespür.

Sowieso ist die gestrige GV eine grosse Heusler-Show. Gewohnt souverän und authentisch führt er durchs Programm und macht die GV mit seinem Charme und seinen gewitzten Kommentaren zu einer unterhaltsamen Veranstaltung. 

Da wäre die Krux mit den Stimmgeräten. Bei kaum einer Abstimmung ist die Zahl der abgegebenen Stimmen identisch. Sie pendelt um die 1500. «Ich hätte nie gedacht, dass diese Geräte uns so die Stimmung erheitern», sagt Heusler, als er den Grund für die Unruhe nach all den eindeutigen Abstimmungen zu Beginn erkennt. Zu diesem Zeitpunkt freuen sich die Anwesenden über jeden neuen Höchstwert an abgegebenen Stimmen.

«So habe ich das mit dem Vermehren, dann letzten Freitag dann auch nicht gemeint», sagt Heusler und die Freude ist gross. Als nach Stephan Werthmüllers Bericht zur Jahresrechnung die Stimmbeteiligung auf 1492 Mitglieder sinkt, ruft Heusler einen neuen Rekord aus: «Nur 15 Mitglieder sind nach Stephans Bericht gegangen. Das gab’s noch nie.» Als dann bei der Abstimmung über die Mitgliederbeiträge eine neue Spitzenbeteiligung zu Buche steht, sorgt Heusler mit «beim Geld wacht auch der letzte auf», für grosses Gelächter.

Heusler und die Wienerli

Auch beim Wienerli-Gate hat Heusler alles im Griff. Als ein Mitglied fordert, dass man an der GV als Mitglied mehr als nur ein paar Wienerli serviert bekommen sollte, kontert der Präsident gekonnt. «Ich zahle den Mitgliederbeitrag von 100 Franken, weil ich zu dem Verein gehören möchte und rechne nicht ab, was ich von dem Geld serviert bekomme», sagt Heusler und der Applaus des Publikums gibt ihm recht. In der Folge lässt es sich der neue Ehrenpräsident nicht nehmen, immer wieder die Wienerli ins Spiel zu bringen.

Auch, dass er die Abstimmung, ob das Dreamteam – ein Team aus über 80 geistig oder körperlich behinderten Fussballern – von OB vom FC Basel übernommen wird, nicht per Gerät, sondern per Applaus durchführt, dass er nach der Wahl Jean-Paul Briggers in den Verwaltungsrat spontan eine Wahl über eine Abstimmung über eine Wiederholung der Nicht-Wahl Briggers in den Vereinsvorstand initiiert: «Kommt, wir sind doch alle Demokraten», oder dass er der Forderung, der FCB solle bessere Bratwurst servieren, entgegnet: «Unsere Bratwurst ist zwar nicht so gut wie in St. Gallen, dafür ist der Fussball besser», auch das zeigt, warum Heusler überall so beliebt ist.

Der Showman geht als Ehrenpräsident. Zum Abschluss gibt es mit den Anwesenden eine letzte La Ola, dann ist das Kapitel Bernhard Heusler als FCB-Präsident Geschichte. Er wird dem Verein fehlen.

Dieser Artikel wurde auf bzbasel.ch veröffentlicht.

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