Basler Forscher verbessern die Lebensbedingungen von benachteiligten Kindern in Südafrika

Vor der nächsten Phase des Projekts waren vier afrikanische Studentinnen für einen Monat in Basel zu Besuch und nehmen viel Wissenswertes mit nach Hause in die Townships.

«Ich dachte immer, Heidi kommt aus Südafrika. Auf meinen Kassetten spricht sie Afrikaans», sagt Nandi Joubert (26). Die Master-Studentin aus Port Elizabeth hat zusammen mit drei Kolleginnen zum ersten Mal ihre Heimat verlassen und ist ins echte «Heidiland» Schweiz gereist. Die Einladung kam vom Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit der Universität Basel (DSBG).

Dash-Studie im Video:

Dort haben Forscher in Zusammenarbeit mit der Nelson Mandela University in Port Elizabeth 2014 die Dash-Studie (Disease, Activity and Schoolchildrens Health) ins Leben gerufen. Deren Ziel ist es, die Lebensbedingungen von Kindern aus Townships vor Ort zu verbessern (siehe Infobox). Die Wohnsiedlungen für die schwarze Bevölkerung sind während der Apartheid in Südwestafrika entstanden.

Siphesihle Nqweniso, Nandi Joubert, Danielle Smith und Larissa Adams (v.l.)

Siphesihle Nqweniso, Nandi Joubert, Danielle Smith und Larissa Adams (v.l.)

«Um nachhaltig erfolgreich zu sein, müssen wir an der Basis etwas bewirken», sagt Jouberts Kollegin Danielle Smith (28). Sie war von Anfang an in das immer grösser werdende Projekt involviert. Über 1000 Kinder in acht unterschiedlichen Schulen nehmen mittlerweile daran teil. Im nächsten Jahr startet mit dem KaziBantu-Projekt der Nachfolger der Dash-Studie.

Neben dem Schweizerischen Nationalfonds, der Nationalen Forschungsstiftung von Südafrika und der Novartis-Stiftung könnte in Zukunft auch die Unesco neu mit im Boot sein. «Wir sind mit der Unesco in sehr konstruktiven Gesprächen für eine Kooperation», sagt der Leiter des Projekts Uwe Pühse.

Die Studie ist auf Stiftungsgelder angewiesen. «Durch die finanziellen Mittel, die dem Projekt zugesprochen wurden, können wir das beruflich machen, für das wir uns sonst in unserer Freizeit einsetzen würden», sagt Joubert. Ihre Kollegin Larissa Adams (31) stammt aus einem der Townships von Port Elizabeth und ist früher selber auf eine dieser Schulen gegangen. Sie hofft mit der Arbeit, langfristig etwas bewirken zu können. «In Südafrika klafft, was das Gesundheitsbewusstsein angeht, eine grosse Lücke», sagt Adams. 

Auswerten, diskutieren, planen: Die südafrikanischen Gäste arbeiten während ihres vierwöchigen Aufenthalts eng mit den Basler Forschern zusammen. «Ich finde es bemerkenswert, dass hier Professoren und Studenten am selben Tisch zusammen sitzen. Diese Art von Teamwork nehme ich mit nach Südafrika», sagt die Vierte im Bunde, Siphesihle Nqweniso (26).

Beeindruckt sind die jungen Frauen auch vom Verkehr in der Stadt. «Wie hier Trams, Autos, Velofahrer und Fussgänger aneinander vorbeikommen, ohne dass es kracht, ist echt bemerkenswert. In Afrika gäbe es viel mehr Unfälle», sagt Smith. «Auch den ‹Swiss-Stare› werden wir nie vergessen», fügt Nqweniso an und erklärt: «Schweizer sagen nicht, wenn sie etwas stört. Sie starren dich einfach solange an, bis du es selber merkst. Zum Beispiel, wenn du im Tram zu nah an den Sitznachbar heranrückst. Anders als Afrikaner wahren Schweizer lieber ihren persönlichen Raum.»

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