Kolumne: Warum Soccer Moms die Rote Karte sehen sollten

In dieser Kolumne beschreibe ich warum Spielermütter so nervtötend sind und wie mit ihnen umzugehen ist.

Fast auf jedem noch so abgelegenen Sportplatz finden sie sich Wochenende für Wochenende ein, um dem talentfreien Gekicke ihrer Söhne beizuwohnen. Die Rede ist von den sogenannten Soccer-Moms. Ihr gehäuftes Auftreten ist eher neu, früher fielen vor allem Väter durch entsprechendes Gebaren auf.

Die protektiven Plagegeister lassen sich durch folgende drei Merkmale charakterisieren. Erstens kennen sie die Regeln nur vom Hörensagen, zweitens muss ihr Nachwuchs immer spielen, und drittens hat die Soccer-Mom die wichtigste Weisheit des Fussballs verinnerlicht wie keine zweite: «Schuld ist immer der Schiedsrichter.» Vor kurzem liess sich in Allschwil BL ein besonders prächtiges Exemplar beobachten.

Und Achtung: Soccer-Moms dringen zunehmend in neue Gefilde vor. Denn statt auf dem Nebenplatz bei den Junioren kommentierte jüngst eine etwa 40-Jährige auf der Tribüne des Hauptfelds jede Aktion einer Drittligapartie von Erwachsenen. «Schiri du Pfeife, das war doch Hand», kreischt sie. Trotz 70 Metern Entfernung hat sie natürlich beste Sicht, ignoriert aber, dass – wenn überhaupt – die Hand ihres mindestens 20-jährigen Sohnes am Ball war. Und im gleichen Stil geht es im Minutentakt weiter.

Schade, dass der arme Schiri nicht der Mutter die rote Karte zeigte.

Dieser Artikel wurde auf aargauerzeitung.ch veröffentlicht.

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