YB dominiert die Liga: Doch auch die Konkurrenz ist irgendwo Spitzenreiter

Die Berner dominierten den ersten Viertel der Saison und liegen in allen entscheidenden Statistiken vorne – doch die abgehängten Teams sind auch alle in einem Gebiet Leader.

Die gute Laune der YB-Spieler nach dem 0:3 in der Champions League gegen Juventus Turin irritiert etwas. «Wir haben uns gut verkauft» (Schick), und «wir können mit erhobenem Haupt nach Hause fahren» (Bertone) sind Sätze, die nicht so richtig passen. Realitätssinn zu zeigen, ist ja gut und recht. Aber wie Kinder mit glänzenden Äuglein vor dem Weihnachtsbaum (Juve) zu stehen und nach einem 0:3 von einem «unglaublichen Erlebnis» (Bertone) zu sprechen, ist schlicht zu ambitionslos. YB, das in der Schweizer Meisterschaft vor Selbstvertrauen strotzt, kuscht vor den ganz Grossen. Gegen Juventus spielt Bern nur mit einem Stürmer. Es fehlt von Beginn an etwas der Mut, am Ende ist YB chancenlos.

Natürlich ist die Qualität der Super League nicht so schlecht, wie die Ergebnisse es vermuten lassen. Denn ManUnited und Juve sind Topteams. Aber Fakt ist auch, dass die Schweiz im Uefa-Länder-Ranking von Rang 11 (2015) auf Platz 15 (2019) zusteuert. Dann müsste der Schweizer Meister für die Champions League zwei Qualifikationsrunden meistern.

Da hilft es YB auch nicht, dass die Berner die heimische Liga nach Belieben dominieren. 32 Tore geschossen, nur 6 Gegentore kassiert, 12 Punkte Vorsprung, 58 Prozent Chancenverwertung und nur 26 Chancen zugelassen. Nach dem ersten Viertel der Super-League-Saison liegt YB in allen entscheidenden Statistiken vorne.

YB steht für viele bereits als Meister fest

Neben YB hat es in der Geschichte der Liga nur noch zweimal der FC Basel geschafft, die ersten neun Saisonspiele zu gewinnen. Unter Trainer Urs Fischer endete die Serie 2016 am 10. Spieltag. Unter Christian Gross gewann der FCB 2003 sogar die ersten 13 Spiele. Beide Male führte der Superstart zum Meistertitel.

Auch YB steht in den Augen vieler bereits als kommender Meister fest. FCB-Trainer Marcel Koller konstatierte nach der 1:7-Klatsche: «Es ist Fakt, dass wir aktuell an YB nicht herankommen.» Dazu kommt: Jedes Team, das nach neun Spielen mindestens sieben Punkte Vorsprung hatte, holte am Ende den Titel.

Ein Blick in die Statistiken (siehe unten) soll die Dominanz der Berner relativieren und den abgehängten Teams – mit einem Augenzwinkern – Auftrieb geben. Denn alle neun sind irgendwo Spitzenreiter.

 
 

Dieser Artikel wurde auf den Portalen von chMedia veröffentlicht.